Aortenstenose

Diagnose Aortenstenose – züchterisch richtig handeln !

Eine Aortenstenose bedeutet eine Einengung an der Hauptschlagader (Aorta).
Anatomisch unterscheidet man 3 Formen der Aortenstenose.
Je nach Lokalisation der Engstelle handelt es sich um eine subvalvuläre SAS (vor der Aortenklappe), um eine valvuläre (das Klappensegel selbst betreffend) oder um eine supravalvuläre (über der Aortenklappe liegend) Stenose.
Die SAS ist die am häufigsten verbreitete Form und wird zwischen einer
dynamischen (muskulär) und einer fixen (fibröser Ring) Stenose charakterisiert.
Durch diese Einengung der Aorta kommt es zu einem erhöhten Druck, um das Blut durch die Engstelle (Stenose) zu pressen. Im Laufe der Zeit kommt es in der linken Herzkammer zu einer Hypertrohie der Herzmuskelwand und dadurch zu einer sekundären Schädigung der Aortenklappen. Es entwickelt sich eine Aortenklappeninsuffizienz.
Anhand der Blutflussgeschwindigkeit und dem daraus resultierenden Druckgradienten lassen sich drei Schweregrade errechnen.
Hunde mit einer leichtgradigen Stenose (2,25- 3,5m/sec.) leben mit kaum erkennbaren Symptomen.
Bei mittleren (3,5- 4,5m/sec.) und schweren (> 4,5m/sec.) Stenosen sind Leistungsschwäche, Zyanosen, Müdigkeit, Hinterhandschwächen und Synkopen (Ohnmacht) zu erwarten.
70% der Patienten mit schweren Stenosen sterben innerhalb der ersten 3 Lebensjahre an plötzlichen Herztod. Die Ausprägung und der Schweregrad einer SAS kann solange zunehmen bis das Tier vollständig ausgewachsen ist. (Problem der zu frühen und einmaligen Herzuntersuchung bei Zuchttieren von Neufundländern und anderen Riesenrassen die erst mit 3-4 Jahren vollständig ausgewachsen sind und SAS unbemerkt an ihren Nachkommen weitergeben)
Aortenstenose frei bedeutet, dass bei der Auskultation des Herzens kein Herzgeräusch festgestellt wurde, bei der Echokardiographie mit Doppleruntersuchung keine Stenosen oder pathologische Blutflussprofile sichtbar sind.
ZITAT: „Verallgemeinert kann behauptet werden: die Flussgeschwindigkeit von 2m/sec. ist Grenzwert für das Vorliegen einer AS. Die Mehrzahl der Hunde verschiedener Rassen haben eine normale Geschwindigkeit von weniger als 1,5 m/sec. ….“ (Die Sanften Riesen-Herzerkrankungen,
Dr. Jan-Gerd Kresken – FTA für Kleintiere, Zusatzb.: Kardiologie, Röntgenologie u. Sonographie
Mitglied und Vorstand des Collegium-Cardiologicum e.V)
Der Verpaarung mit Zuchttieren, die einen Übergangsbefund aufweisen (2,0- 2,25m/sec) sollte abgeraten werden, da beim Neufundländer der autosomal dominante Erbgang der SAS nachgewiesen wurde und die Verbreitung einer todbringenden Erbkrankheit in der Rasse
unbedingt vermieden werden sollte.
Anne Paetznick (Stellv. Landesgruppenleiterin Sachsen)